Ferlandina 26

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Fileteado in Barcelona: das Schild von Ferlandina 26, von Hand gemalt von Adrián

Über unserer Tür in der Carrer de Ferlandina 26 hängt ein Stück Buenos Aires mitten im Raval. Du möchtest so etwas für deine Bar, deinen Laden oder dein Zuhause? Adrián nimmt Aufträge an.

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Schild «Ferlandina 26» in argentinischem Fileteado, von Adrián von Hand über die Tür von Ferlandina 26 gemalt, Raval, Barcelona
Das Schild von Ferlandina 26, von Adrián von Hand in Fileteado gemalt.

Unser Schild im Detail

Der Schriftzug sitzt auf der weissen Bogenfläche über dem Eingang und folgt leicht ihrer Wölbung. Die hohen, schmalen Grossbuchstaben von FERLANDINA sind dunkel angelegt und innen mit Linien in Hellblau und Rot gefüllt. Schwarze Schatten an den Rändern lassen sie plastisch hervortreten, feine Spitzen und Schwünge an den Enden geben ihnen den typischen verspielten Charakter. Darunter steht die Hausnummer 26 im selben Stil; rundherum erahnt man feine Linien von Ranken und Blumen.

Hellblau und Weiss sind dabei kein Zufall: Es sind die Farben der argentinischen Flagge.

Adrián ist einer der vielen Kunstschaffenden, die bereits einen wertvollen Beitrag für den Kulturverein Ferlandina 26 im Raval in Barcelona geleistet haben.

Du suchst einen Fileteado-Künstler in Barcelona?

Du wünschst dir einen Schriftzug, ein Schild oder ein Bild in Fileteado? Dann schreib Adrián direkt auf Instagram und erzähl ihm, was du dir vorstellst, wie gross es sein soll und wo es hinkommt. Wer seine Arbeit im Original sehen will, kommt in die Carrer de Ferlandina 26 und schaut nach oben.

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Instagram: @jolvhh

Von Pferdekarren zu Stadtbussen

Fileteado entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Buenos Aires, in den Werkstätten, in denen Pferdekarren gebaut wurden. Viele der Handwerker waren italienische Einwanderer. Die Karren waren anfangs schlicht grau gestrichen; nach und nach begannen die Maler, Kanten und Flächen mit feinen Zierlinien – «filetes» – zu schmücken. Daher der Name.

Aus den dünnen Linien wurden bald ganze Ornamente, Blumen und Schriftzüge. Im 20. Jahrhundert wanderte die Kunst auf Lastwagen und vor allem auf die «colectivos», die Stadtbusse von Buenos Aires. Jeder Besitzer wollte das schönste Fahrzeug der Linie.

In den 1970er-Jahren verbot die Stadt den Schmuck auf Bussen, weil er Liniennummern und Ziele schwer lesbar machte. Die Kunst zog um: auf Ladenschilder, Cafés, Tangolokale und Leinwände. Heute ist Fileteado offizielles Kulturerbe der Stadt Buenos Aires und seit 2015 immaterielles Kulturerbe der UNESCO.

Die Technik: Geduld, Symmetrie und ein sehr langer Pinsel

Fileteado wird komplett von Hand gemalt, meist mit Kunstharz- oder Lackfarben auf Holz, Blech oder Glas. Das wichtigste Werkzeug ist ein Pinsel mit extrem langen, dünnen Haaren. Er nimmt viel Farbe auf und erlaubt lange, gleichmässige Linien in einem einzigen Zug. So entsteht ein Werk wie unser Schild:

  1. Entwurf auf Papier. Ornamente sind fast immer symmetrisch. Oft wird nur eine Hälfte gezeichnet und das Papier gefaltet, um die zweite Hälfte zu spiegeln.
  2. Übertragen. Die Linien des Entwurfs werden mit einer Nadel perforiert. Dann tupft man Kreide- oder Farbpulver durch die Löcher auf den Untergrund – eine alte Schablonentechnik.
  3. Grundfarben. Die Flächen werden in kräftigen, satten Farben angelegt.
  4. Schattieren. In mehreren Stufen, von dunkel nach hell, bekommen Blätter und Buchstaben Volumen. So wirken sie fast dreidimensional.
  5. Lichter setzen. Feine helle Striche lassen die Formen glänzen.
  6. Konturen. Zum Schluss rahmen schwarze oder dunkle Linien alles ein – die eigentlichen filetes.
  7. Lackieren. Ein Klarlack schützt die Malerei vor Wetter und Zeit.

Besonders anspruchsvoll ist die Schrift. Die Buchstaben werden verziert, schattiert und oft mit Schnörkeln verbunden. Genau das sieht man bei «Ferlandina» über unserer Tür.

Die Bildsprache

Fileteado hat ein festes Vokabular. Wer es kennt, liest jedes Schild ein bisschen anders:

  • Akanthusblätter und Spiralen – das Grundornament, übernommen aus der europäischen Dekorationskunst.
  • Blumen und Vögel – Lebensfreude und Schönheit.
  • Drachen – Kraft und Schutz.
  • Hufeisen – Glück, eine Erinnerung an die Zeit der Pferdekarren.
  • Bänder in Hellblau und Weiss – die Farben der argentinischen Flagge.
  • Sprüche – Lebensweisheiten, Witze oder Liebeserklärungen in verschnörkelter Schrift.

Dazu kommen strenge Symmetrie, leuchtende Farben und kaum eine leere Fläche.

Von Buenos Aires in den Raval

Fileteado ist eine Kunst der Einwanderer: europäische Ornamente, in Argentinien neu erfunden. Dass sie jetzt über einer Tür im Raval hängt, passt – kaum ein Viertel Barcelonas ist so vielstimmig und so offen für Kunst von überall.

Auch der Strassenname hat eine Geschichte. «Ferlandina» ist eine verballhornte Form von «Fernandina»: Die Herzöge von Fernandina hatten hier einst einen Palast. Adrián hat diesem alten Namen nun ein Kleid aus Buenos Aires gegeben.

Quelle zum Strassennamen ↗

Ferlandina 26 am Abend mit dem Fileteado-Schild und Leuten vor der Tür

Häufige Fragen

Wo kann ich in Barcelona Fileteado in Auftrag geben?

Zum Beispiel bei Adrián, dem Künstler, der das Schild von Ferlandina 26 gemalt hat. Schreib ihm auf Instagram (@jolvhh) mit deiner Idee: Schild, Schriftzug oder Bild, Grösse und Ort.

Wo sieht man Fileteado in Barcelona?

In der Carrer de Ferlandina 26 im Raval, zwei Minuten vom MACBA. Das Schild hängt über der Tür und ist jederzeit von der Strasse aus zu sehen.

Was ist Fileteado?

Eine Ornamentmalerei, die Ende des 19. Jahrhunderts in Buenos Aires entstand – mit feinen Linien, Ranken, Blumen und schattierten Buchstaben. Seit 2015 ist sie immaterielles Kulturerbe der UNESCO.

Schaut mal nach oben

Beim nächsten Besuch lohnt sich ein zweiter Blick über die Tür: Wo sind die Spiralen gespiegelt? Wie entsteht der Glanz auf den Buchstaben? Wie viele Farbstufen stecken in einem einzigen Blatt? Das Schild ist nicht nur unser Name – es ist ein kleines Stück Kulturerbe, von Hand gemalt, mitten in der Carrer de Ferlandina.

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